(nach Aronson/Steven/Snapp)
Bei dieser Methode wird auf den Mechanismus „Lernen durch Lehren“ zurückgegriffen. Sie lässt sich besonders gut einsetzen, sobald ein großes (und komplexes) Wissensgebiet in verschiedene, geschlossene Teilgebiete (z.B. durch unterschiedliche Aufgaben und/oder Texte) aufgeteilt werden kann. Die vorgegebene Zeit der einzelnen Phasen variiert stark je nach Thematik. Daher solltest du darauf achten, für jedes Teilgebiet Aufgaben und Texte zur Verfügung zu stellen, welche die Bearbeitung in einer ähnlichen Zeitspanne ermöglichen.
So funktioniert’s:
1. Stammgruppenzusammensetzung (GA)
Du bildest heterogene Stammgruppen mit 3-5 Gruppenmitgliedern und stellst die verschiedenen zu bearbeitenden Teilgebiete vor.
Die Lernenden teilen die Teilgebiete (je nach Interesse/Vorwissen/Lernstand/…) untereinander auf:
Person 1 ist für Thema A verantwortlich, Person 2 für Thema B, …
2. Expert:innenphase (EA)
Jede:r Schüler:in beschäftigt sich selbstständig mit der Aufgabe/dem Textteil und erarbeitet relevante Informationen, die das Teilgebiet zusammenfassen und den „Laien“ in Phase 3 einen Überblick über das Thema geben.
Die Lernenden können zudem bereits darüber nachdenken, wie sie ihren Teil am besten visualisieren könnten, um diesen verständlich sichern zu können.
Die Lernenden machen sich so zuerst allein Gedanken über die Aufgabe und mögliche Lösungsstrategien sowie Möglichkeiten zur Umsetzung (Selbstorganisation).
3. Expert:innengruppen (GA)
Es finden sich alle Personen unterschiedlicher Stammgruppen zusammen, welche das gleiche Themengebiet bearbeitet haben.
Erkenntnisse werden vorgestellt, Probleme und Fragen geklärt und Resultate abschließend visualisiert bzw. schriftlich fixiert (kann einzeln oder als Gruppe erfolgen).
Zudem besprechen die Expert:innen, welche Informationen unbedingt an die Laien der Stammgruppe weitergegeben werden sollen.
Jede:r Lernende muss sich im Gruppenprozess der Expert:innen aktiv einbringen, um das erlangte Wissen bestmöglich an die Stammgruppe weitergeben zu können.
4. Stammgruppen (GA)
Die Expert:innen der unterschiedlichen Teilgebiete finden sich nun erneut in ihren Stammgruppen vom Beginn der Arbeitsphase zusammen. Nun erfolgt die Berichterstattung über neu erlangtes Wissen aus Phase 2 und 3. Jede:r Expert:in stellt seine zentralen Informationen heraus und geht auf mögliche Fragen der Gruppenmitglieder ein.
Beizu oder im Anschluss an jede Ausführung des/der Expert:in werden die neuen Erkenntnisse verschriftlicht.
Hier greift der Tutor:inneneffekt: Expert:innen fungieren als Lehrende, während die Laien des Themengebiets die Lernenden darstellen. Aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeit erhält jede:r Schüler:in das Gefühl, für den Erfolg der Stammgruppe gleichermaßen verantwortlich zu sein (positive Interdependenz).
5. Vertiefungsphase/Ergebnissicherung (GA, PL)
Die Möglichkeiten, wie das Wissen gefestigt und geprüft werden kann sind vielfältig:
Tests, vom Experten/von der Expertin vorbereitete Fragen, ein Gespräch im Plenum, eine Mindmap, ein Plakat,… sind denkbar. Welche Methode für das Thema am sinnvollsten ist, kannst du zu Beginn der Arbeitsphase mit deinen Lernenden klären.
Möglichkeiten der Differenzierung:
- heterogene Stammgruppen
- Hilfekarten/Tipps
- verschiedene Schwierigkeitsgrade/Textlängen der Teilaufgaben
- Phase 3 gemäß „Lerntempoduett“, um Arbeit in eigenem Lerntempo zu ermöglichen
Anzahl der Schüler:innen:
3-5 pro Stammgruppe, Expert:innengruppe resultiert aus Klassengröße
Sozialform:
EA, PA, GA
Dauer:
1 – 2 Unterrichtsstunden
(Besonders zu Beginn aufgrund der Komplexität der Methode mehr Zeit einplanen, sofern die Methode den Schüler:innen noch unbekannt ist.)
